Studientage Soziale Skulptur: Können wir das Geld neu verstehen und anders gestalten?

18. bis 21. Dezember 2008 in Achberg

Mit Ulrich Rösch, Lörrach und Christian Felber, Wien

„Kunst ist nicht dazu da, unsere Wohnungen zu dekorieren, sondern eine Waffe gegen den Feind.“ (Picasso)

Und unser Feind ist eine Sozialordnung, die nicht mehr den Bedürfnissen des modernen Menschen entspricht, so Joseph Beuys: „Dieses Wirtschaftssystem …; wird seine Gestalt wandeln, und wird aus einer Geldwirtschaft – da ist man gleich wieder beim Kapitalbegriff – aus einer Geldtauschwirtschaft, die Menschenwürde gegen Geld zur Ware erniedrigt - … umgewandelt in eine Wirtschaft, in der nur die menschliche Fähigkeit das Kapital ist … Dann werden alle sozialen Kraftfelder, die bestehen aus Kultur, Recht und Wirtschaft oder Geist – Recht – Wirtschaft, werden in eine ganz neue Konstellation gebracht, insofern ist das natürlich eine politische Aktion.“ (in Joseph Beuys: Das Kapital – Raum 1970-1977, Heidelberg 1991)

Schaut man auf die „Wirklichkeit“ der heutigen Wirtschaftsprozesse, so gilt grundsätzlich: Arbeit verwandelt Natur – Fähigkeiten leiten die Arbeit – Waren erreichen die Konsumenten. Dieser Vorgang ist gegenwärtig immer von Geldbewegungen begleitet. Das Geld selbst ist aber kein Wirtschaftswert, sondern ein diese Prozesse begleitendes Rechtsdokument. Das Geld verwandelt in den verschiedenen Wirtschaftsschritten jeweils seine Seinsdimension: Es bezieht sich auf Warenwerte, Fähigkeitswerte und es wird freies Geld, was zur Impulsierung neuer Initiativen verwendet werden kann.
Wir wollen das Geld gemeinsam anschauen, seinen Wesensgehalt herausarbeiten und es in seiner idealischen Weise (Friedrich Schiller) charakterisieren. Auf dem Hintergrund dieser wesensgemäßen Beschreibung geht es darum, heutige Finanzströme – unter Einbeziehung der Fragen von Christian Felber – anzuschauen und in ihrer Fehlleitung zu diagnostizieren. Schließlich wollen wir Möglichkeiten erörtern, wie wir in der heutigen Zeit und Welt Fehlentwicklungen in praktischen Schritten entgegenarbeiten können.

Ulrich Rösch zur Person: geb.1951, Studium der Philosophie, Pädagogik. Germanistik u.  Sozialwissenschaften. 1973 Institut für Sozialforschung & Entwicklungslehre, Achberg. 1976 Gründung der Freien Waldorfschule Wangen/Allgäu, 1982 Gründung & Geschäftsführung eines Textil-Unternehmens. Seit 1999 Koordinator der Sektion für Sozialwissenschaften, Freie Hochschule für Geisteswissenschaft, Goetheanum / Dornach.

Kontaktimprovisationen

 

Christian Felber
Wenn uns eine Melodie, ein Gedicht, ein Bild, eine Theaterszene “berührt”, dann ist das eines der schönsten Komplimente für das Kunstwerk. Bei der “Kontaktimprovisation” geht es um Berührung im Tanz, um berührenden Tanz. Berührt wird überall: punktuell, kleinflächig, groß- und mehrflächig, dazwischen gar nicht; mal oberflächlich (Haut),  mal fleischig (muskulär), mal die Knochen. Die TänzerInnen horchen, was  die Körper zu sagen haben, aus dem Horchen und den anderen und den  eigenen Körper wahrnehmen und Impulse geben entsteht der gemeinsame Tanz: spontan und ohne Absicht. Der Tanz gelingt am besten,  wenn die TänzerInnen achtsam Überraschte des Geschehens sind. Die Choreographie entsteht beim Tanzen. Impulse können schubartig sein, punktuell, ziehend, ruckartig, ein Ausatmen. Sie können verstärkt werden, gebremst, gewendet, gedreht, transformiert werden. Wir laufen, gleiten, rollen, fallen, springen, fliegen. Der Boden ist unser bester Freund. Dort fängt meistens alles an: mit der Berührung der Mutter Erde. So ein feiner Leib.

Ein paar Fragen zum Geld:
Wie haben sich die modernen Finanzmärkte entwickelt? Wer sind die Akteure? Wer sind die Profiteure?
Was sind die Probleme? Welche Krisen drohen? Was passiert, wenn Geld arbeitet? Führt der Zins zwingend zu Wachstum und ungerechter Verteilung?

Christian Felber zur Person: geb. 1972 in Salzburg, bis 1990 Kindheit zwischen Mattsee und Wallersee, Widmung der Himbeer- und Forellenzucht, bis 1996 Studium von Romanischer Philologie/Spanisch & Politikwissenschaft, Psychologie, Soziologie in Wien und Madrid, Mag. phil., seit 1996 freier Publizist und Autor; seit 2000 Mitbegründung (Vorstand und Sprecher) von Attac Österreich, seit 2004 freier Tänzer. Aktuelle Publikationen: “50 Vorschläge für eine gerechtere Welt”, “Neue Werte für die Wirtschaft”, ab Herbst 2008 Lektor an der Wirtschaftsuniversität Wien, website: www.christian-felber.at

Anmeldung

Die Anmeldung zu den Studientage erfolgt über den Veranstalter. Sie wird rechtzeitig bis spätestens drei Wochen vor Beginn erbeten.  Rücktretungen von der Anmeldung sind bis zwei Wochen vor Beginn mit 20% Abzug möglich. Danach werden die Gebühren voll berechnet, wenn kein Ersatz besorgt ist.
Der Studienbeitrag  beträgt pro verlängertes Wochenende 140,- Euro Ermäßigung bis 90,- Euro sind nach Rücksprache möglich. Der Beitrag ist vorab auf das Kto des Veranstalters Nr. 2266 008 bei der Voba Allgäu/West (BLZ 650 920 10) zu überweisen.
Studienzeit: Die Studientage beginnen jew. am Donnerstagabend mit dem Abendessen um 18.30 Uhr und enden Sonntagmittag nach dem Mittagessen 14 Uhr.
Die Kernzeiten sind: Vormittag: 9.30 – 13 Uhr, Nachmittag: 15 – 18.30 Uhr, Abend: 20 – 22.30Uhr

Information bez. Übernachtung & Verpflegung via Internet: www.humboldt-haus.de oder via Tel. 083 80 / 335. Der Veranstalter leitet Ihre diesbez. Wünsche:  Einzel-, Doppel- oder Mehrbettzimmer (zw. 15,- Euro und 33,- Euro) und ermäßigte Vollverpflegung (24,- Euro) mit der Anmeldung gerne auch an das Haus weiter, das sich wiederum mit Ihnen zwecks Bestätigung in Verbindung setzt.

Träger der Veranstaltung, Auskunft und  Anmeldung:
Verein zur Förderung des Erweiterten Kunstbegriffs und der Sozialen Plastik e.V.  c/o Rainer Rappmann
Hüttenweiler 8, D- 88239 Wangen/Allgäu Tel: 07528 / 7734 / fax / 6028, internet: www.fiu-verlag.com

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Autor: Edda
Datum: Donnerstag, 30. Oktober 2008 11:18
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