Vom Begreifen

Erst wenn wir die Grundzusammenhänge 

des sozialen Organismus neu überdenkend - 

die Revolution der Begriffe 

- geleistet haben, wird der Weg frei für 

eine Evolution ohne Zwang und Willkür. 

(Wilhelm Schmundt)

Dieser Blog „SozialeSkulptur“ wurde eingerichtet mit dem Ziel, in einen Austausch zu kommen mit den Menschen, die auf die drängenden Fragen unserer Zeit Antworten suchen; Antworten, die eine menschengemäße Zukunft ermöglichen.

Viele Menschen spüren, dass die Welt, wie sie sich heute zeigt, eine gewordene Welt ist, auf der wir nur noch hektische Schadenbegrenzung betreiben, als dass wir uns erlauben würden, inne zu halten und zu fragen: In was für einer Welt möchten wir leben? Was sind die Gesetzmäßigkeiten, welches sind die Prinzipien, die wir entdecken müssen, um in ein Gestalten zu kommen, das das Wesen des Menschen, seine Sehnsucht nach Freiheit, Gleichheit und Solidarität umfasst.

Wilfried Heidt und Joseph Beuys formulierten:

„Bei dem Entwurf der Alternative. d. h. des Dritten Weges, gehen wir vom Menschen aus. Er ist der Bildner der Sozialen Plastik und nach seinem Maß und seinem Wollen muss der soziale Organismus eingerichtet sein. Nach Gefühl und Erkenntnis der Menschenwürde gelten dem Menschen heute drei Grundbedürfnisse als vorrangig:

1. Er will seine Anlagen und seine Persönlichkeit frei entwickeln und seine Fähigkeiten in Verbindung mit den Fähigkeiten seiner Mitmenschen frei für einen als sinnvoll erkannten Zweck einsetzen können.

2. Er erkennt jede Art von Privileg als untragbare Verletzung der demokratischen Gleichberechtigung. Er hat das Bedürfnis, als mündiger Mensch hinsichtlich aller Rechte und Pflichten - ob sie in einen wirtschaftlichen, sozialen, politischen oder kulturellen Zusammenhang gehören - als Gleicher unter Gleichen zu gelten und am demokratischen Vereinbaren auf allen Ebenen und in allen Bereichen der Gesellschaft mitbestimmen zu können.

3. Er will Solidarität schenken und Solidarität Anspruch nehmen. Wer sich dieses Bild der evolutionären Alternative vor Augen führt, hat ein klares Grundverständnis von der Sozialen Plastik, an welcher der Mensch als Künstler formt.

Wer sagt, dass es eine Veränderung geben muss, aber die ‚Revolution der Begriffeʻ überspringt und nur gegen die äusseren Verkörperungen der Ideologien anrennt, wird scheitern. Er wird entweder resignieren, sich mit Reformieren begnügen oder aber in der Sackgasse des Terrorismus landen. Drei Formen des Sieges der Strategie des Systems.“

 

Vor diesem Hintergrund möchten wir mit diesem Blog „SozialeSkulptur“ jeden Menschen einladen, sich an der Arbeit an und mit den Begriffen einzulassen.

Denn:

Wie könnte einer rufen: Ich will Freiheit, wenn er nicht weiß, was Freiheit von ihrem Wesen her ist?

Wie könnte einer sagen: Ich will Gleichheit, wenn er nicht weiß, was Gleichheit von ihrem Wesen her ist?

Wie könnte einer fordern: Ich will Solidarität, wenn er nicht weiß, was Solidarität von ihrem Wesen her ist?

Was richtet er an, wenn er die Begriffe nimmt und mit ihnen Zukünftiges beschreibt und formen will, ohne zu wissen, was sie in ihrem Wesen sind? Wie könnte das, was er hervorbringt, wirklich menschengemäß sein?

 

Wer sich an dieser Idee, an diesem Blog, „SozialeSkulptur“ mitwirken möchte, erhält weitere Informationen auf der Seite „Blog-Regeln“.

 

Autor: admin
Datum: Freitag, 24. Oktober 2008 15:14
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